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 Betreff des Beitrags: der kleine schneemann und die heiligen drei könige.
BeitragVerfasst: 5. Januar 2010, 10:36 
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Registriert: 14. September 2008, 15:32
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er stand auf der parkbank und lächelte. schön war er, so schön. kinder hatten den kleinen schneemann gebaut. die karottennase stand ihm frech aus dem gesicht, aus kohlschwarzen augen blitzte winterfroher schalk.

caspar, melchior und balthasar aber hatten ihr ganzes geld verpunscht. der morgen kündigte sich schon mit zartem rosa an, als sich balthasar mit „a kühles helles warat jetzt fesch“, vernehmen ließ.

ein zeitlang herrschte schweigen. doch dann erhob melchior seine stimme. sie klang bedeutungsschwanger und geölt: „wir nehman an kredit auf und tun a bank gründen! De verkaf ma mit gewinn, zoin de marie zruck. und mit göd, des übrig bleibt kaf´ma uns berauschende getränke. wir kennt´an a den anoymen alkoholikern wos spenden. so hot a die allgemeinheit was davon!“

ich muss euch nicht sagen, dass die geschichte in österreich spielt.

doch caspar war dagegen und meinte: „wir wollen anständig bleiben. lasst uns eine bank überfallen! und lasst uns auch vogelfutter kaufen. die vögel hungert im winter!“ caspar hatte ein großes herz, sprach zumeist hochdeutsch und war ein wenig robin hood.

ein stern zeigte sich am himmel und sie folgten ihm leicht unsicheren schrittes. der stern führte caspar, melchior und balthasar in einen park. zwischen zwei alten bäumen befand sich eine parkbank, auf der ein kleiner schneemann mit karottennase und kohlenaugen stand.

der stern verharrte über der parkbank und zeigte den dreien, dass sie am ziel angelangt waren. die bank war da, es fehlte nur noch der überfall.

und so überfielen sie die parkbank, auf der der kleine schneemann stand.

“gstatten sie, dass ma uns vorstölln“ mit diesen worten und ein wenig schwerer zunge eröffnete balthasar den banküberfall. „i bin da könig balthasoar und mag gern spoiten ohne hoar!“ er setzte ein halbverführerisches lächeln auf. sein goldzahn funkelte in der morgensonne.

caspar zog ihn ein wenig beiseite: „reiß dich zusammen! das ist ein bank- und kein puffüberfall!“

nun war caspar an der reihe.

“caspar aus dem morgenland, ich hab nen fürchterlichen brand! wir wollen aber auch vogelfutter um das geld kaufen! es warat wirklich mehr wegen dem vogelfutter!“

„ich glaube, ich verstehe nicht recht, meine herren!“ so der kleine schneemann.

“so geht des nun wirkli net, ihr zwa dolme! wie soi da oarme, klane schneemann se do auskenna!?! wir missen eahm schon sogen, wos sachen is!“ mit mhyrrischer miene trat caspar zur seite: „dann überfalle halt du!“

melchior zündete sich eine zigarette an und paffte genüsslich den rauch aus. „i bin da kenig melchior und habe do a feuerrohr!“. er schlug seinen trenchcoat auseinander.

“nimm´s net persönlich, schneemann, aber des is a banküberfall. her mit da kohle! sonst is die rüben oa!“ setzte melchior den schneemann über die sachlage in kenntnis.

“meine kohle hüte ich wie meine augensterne! und die bekommt ihr nicht! ihr seid ja blunzenfett, dass ihr euch nicht schamst!

“des ane hot mit dem oandrem nix zum tuan! wo steht gschrieben, dass wir nur nüchtern a bank überfallen derfen! außerdem wäre des a net erlaubt. oilso, was soll´s!“ konterte melchior noch lässig.

“i bin fassungslos. so benimmt ma se afoch als überfallener net. a weng mehr verständnis gegenüber unser´n wünschen wär da schon anbracht!" zeigte balthasar sich stark verwundert.

“wir wollen ja das geld auch einem guten zweck zuführen, also einen teil des geldes zumindest.“ versuchte es auf die sanfte nochmals caspar.

“nicht mit mir“, blieb der kleine schneemann hart. „geht lieber nach hause und schloafts euren rausch aus!“


da wussten die drei nicht weiter. mit so einer hartnäckigkeit hatten sie nicht gerechnet. sie steckten ihre köpfe zusammen und berieten. melchior war dafür, den banküberfall konsequent fortzusetzen und den schneemann kalt zu machen. da war aber caspar dagegen, der durchaus sympathien für den kleinen schneemann empfand. caspar schlug vor den banküberfall auf das frühjahr zu verschieben: „da ist die bewachung nicht so stark.“ balthasar war am stärksten von den dreien betrunken. er wollte nach hause ins bett obgleich er wusste dass er von seiner frau keine freundlichen worte über seinen zustand finden würde. und sgab balthasar den ausschlag: „ na, freunde bis zum frühjahr tu i net warten. vielleicht sollten wir auch amal ein bisserl brav sein!“

sie verabschiedeten sich vom kleinen schneemann auf der parkbank mit einem kurzen "wir hams uns anders überlegt, nix für ungut und a schenes neues jahr!“

der stern war schon längst verschwunden als caspar, melchior und balthasar aus dem text torkelten.


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