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schlesinger
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 12. August 2009, 18:04 |
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Registriert: 14. September 2008, 15:32 Beiträge: 102
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9.kapitel. lenin und ho chi minh. zwei leichen im direkten leistungsvergleich.heute wollen wir uns mit zwei politisch instrumenatlisierten leichen beschäftigen.: lenin und ho chi minh. beide hatten schon zu lebzeiten karriere gemacht, ihre leichen standen und stehen dem in nichts nach. lenin und ho chi minh eint, dass sie sich als leichen ins privatleben zurückziehen wollten. dies war ihnen allerdings nicht vergönnt. leichnam wider willen. für die ewigkeit: wladimir iljitsch lenin.ganz so stimmt das natürlich nicht. wir wissen nicht, ob es lenins leichnam tatsächlich schaffen wird, unversehrt in die ewigkeit zu gelangen, wiewohl die creme de la creme der moskauer balsamierungsszene darum ambitioniert bemüht ist: in periodischen abständen wird lenins leichnam entkleidet, stets aufs neue wird seine haut nach wohldurchdachten plänen kunstvoll geritzt. in die ritzen wird balsamierungsflüssigkeit – hergestellt nach streng geheim gehaltenen rezepten - eingeträufelt. "Gemeinsames, einheitliches Ziel ist die Säuberung der russischen Erde von allem Ungeziefer" - so lenin. das ungezifer sollte sich nicht als problem für seinen leichnam rausstellen... irgendwann dürfte ein einbalsamierer die falsche flasche (möglicherweise war alkohol im spiel!) erwischt haben. seitdem altert lenins leichnam schneller. von aggressiven chemikalien ist die rede, auch von imperialistischer leichenschändung durch imperialistische geheimagenten. fakt ist, dass im direkten vergleich ho chi minh als die wesentlich besser erhaltene leiche gilt. es gilt aber im auge zu behalten, dass ho chi minh (*1890 +1869) auch noch nicht so lange leiche wie lenin ist. lenin wechselt aber öfters sein gewand. alle drei jahre bekommt er neuen anzug und neue krawatte, während sich da ho chi minh wesentlich bescheidener gibt und auf gewandwechsel zu leichzeiten verzichtet. lenins hirn wurde im übrigen wegen seiner vermeintlichen genialität obduziert, der obduktionsbericht gelangte aber nie an die öffentlichkeit. lenins genialität oder nichtgenialität schlummert also in irgendeinem akt vor sich hin lenin wollte nicht einbalsamiert und postmortal zur schau gestellt werden. auch http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... pskaya.jpglenins frau, nadeschda konstantinowna krupskaja, war dagegen - wiewohl ihr und lenins lebenswege schon zu beider lebzeiten auseinandergegangen waren. wir kennen im übrigen den einsatz von frauen gegen die einbalsamierung und zurschaustellung der sterblichen überreste ihrer verblichenen männer bereits aus der geschichte von angelo soliman. schließlich setzte sich aber stalin durch wie dazumal der "gute" kaiser franz: "lenin wird ausgestopft!"
„Genosse Stalin hat, nachdem er Generalsekretär geworden ist, eine unermessliche Macht in seinen Händen konzentriert, und ich bin nicht überzeugt, dass er es immer verstehen wird, von dieser Macht vorsichtig Gebrauch zu machen.“ so lenin über stalin, den er stets als groben, ungeschlachten tölpel eingeschätzt hatte. lenin sollte recht behalten: „Bei Stalin war jedes Verbrechen möglich, denn es gibt kein einziges Verbrechen, das er nicht begangen hätte. Mit welchem Maß wir ihn auch messen wollen, ihm wird jedenfalls… der Ruhm zufallen, der größte Verbrecher der Geschichte zu sein…“(Zitat des jugoslawischen Staatschefs Tito, 1962) lenin behielt also recht, stalin (* 1878 +1953 ) überlebte aber lenin (*1870 +1924) doch um einiges. stalin gab als vaterfigur nicht sehr viel her, hatte aber genügend instinkt dies zu erkennen. die einbalsamierung lenins - und somit lenins zumindest optisch-zur-verfügung-stehen als vaterfigur - war ihm, neben der ausschaltung von ihm gefährlich werden könnenden genossinen und genossen, wichtigstes innenpolitisches anliegen. russland brauchte ein väterchen, das nicht frost, sondern heiß machte. und diesen job übertrug stalin dem verstorbenen lenin für alle leichzeit. (die temperatur im inneren des sarges aus panzerglas beträgt übrigens konstant 7 grad. so hat es lenin am liebsten.) russische soldaten huldigen lenins leichnam. erbeutete fahnen der Deutschen Wehrmacht werden lenin, der zu diesem zeitpunkt (1945) schon ein ernsthaftes balsamierungsproblem hatte, wertschätzend vor dessen mausoleum geworfen. als stalin 1953 starb, versuchte er sich – wie auf dem bild ersichtlich - lenin wieder anzunähern. allerdings zeigte lenin stalin lediglich die schon 1924 erkaltete linke schulter. was aber stalin - siehe bild - auch wieder powidel gewesen sein dürfte!stalin musste im übrigen zunächst nicht einbalsamiert werden. der hatte vor seinem tod ordentlich gefeiert und mehr vodka in sich als sonst was. eine klassische, wenig anspruchsvolle alkoholleiche. von 1953 bis 1961 lagen die beiden nebeneinander. im zuge der entstalinisierung unter chruschtschow wurde auch das mausoleum entstalinisiert und lenin bekam wieder sein einzelzimmer zurück. stalins sterbliche grammeln wurden an der kremlmauer beigesetzt.  die verwaltung des mausoleums und die leichenpflege lenins wurden 1989 privatisiert. davor, unter staatlicher leitung wurde unterwäsche, hemd und anzug alle drei jahre gewechselt, weil die konservierungsmittel die textilien angreifen. aus angeblicher geldknappheit wechseln die eigentümer seit 2003 lenins wäsche nicht mehr, berichtet die süddeutsche in ihrer ausgabe vom 21.4.2009. nicht einmal die unterwäsche! der lenin-anzug wird aus teurem, glänzendem schweizer lüstergewebe geschnitten, feiner, dünner wolle. lenin selbst hat zu seinen lebzeiten bevorzugt anzüge aus diesem textil getragen. immerhin hat man im frühjahr 2009 den anzug frisch aufgebügelt! im sommer 2009 die nächste aufregung: «Man sollte Jackson einbalsamieren und ihn dann zum öffentlichen Betrachten im Mausoleum*) freigeben», sagte der russische Kinoproduzent Alexander Walow nach Angaben der Agentur RIA Nowosti. Mitglieder einer entsprechenden Initiative hätten bereits die Angehörigen Jacksons gebeten, den Leichnam dafür freizugeben. Jackson erwähnt in seinem Lied «Stranger in Moscow» von 1996 das Mausoleum und beschreibt, wie er sich im Schatten der Kremlmauern gefühlt habe. Walow behauptete, der US-Star habe sich selbst gewünscht, in der Pose des legendären «Moonwalk» einbalsamiert zu werden und so der Menschheit auf Jahrhunderte erhalten zu bleiben. Der russische Produzent war vor Jahren mit einem nachgestellten Pornofilm über die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko in die Schlagzeilen geraten. deutsche presse agentur 1. Jul 2009, 16:58*) gemeint ist das leninmausoleum kein geld für einen neuen anzug! und jetzt soll lenin auch noch dem mann mit dem griff in den eigenen schritt, michal jackson, weichen. nach einer aktuellen umfrage sind rund 2/3 der moskowiterInnen dafür, dass lenin aus dem mausoleum entfernt und begraben wird. auch die russisch-orthodoxe kirche ist dafür. schwere, bittere tage für lenin. mausoleum für ho chi minh in hanoi.
" nach dem krieg war vieles hin, nicht so aber ho chi minh, gut einbalsamiert liegt er im kasten, im gläsernen, und tut jetzt rasten."inschrift im inneren des mausoleums. (übersetzung aus dem vietnamesischen vom verfasser. eine ander übersetzung lautet: "freiheit ist das wichtigste gut des menschens.")der gute onkel ho, wie er gerne auch noch heute von seinen vietnamessInnen genannt wird, wollte - genauso wie lenin - nicht ausgestopft werden. sein leichnam sollte verbrannt, die asche von drei berggipfeln über sein geliebtes vietnam gestreut werden. nix da! was dem kollegen aus der zunft der kolonialherrenentsorger gandhi in indien gelungen war -nämlich die verstreung der eingeäscherten über das land, sollte onkel ho verwehrt bleiben. seine genossen von der marketingabteilung der kommunistischen partei befanden nämlich, dass er land und partei besser dienen könne, wenn er richtig schön eingepökelt in einem gläsernen sarg zur schau gestellt werde. gesagt, getan. ein mausoleum in hanoi ward schnell gebaut. bis vor wenigen jahren wurde onkel ho alle zwei jahre wurde onkel ho in eine beautyfarm nach moskau geflogen und sein leichnam frisch gemacht. heute gibt es diese kurzbesuche moskaus ho chi minhs nicht mehr, den job erledigen vietnamesische einbalsamierungsspezialisten. jeden morgen wird onkel ho mittels lift vom keller in den ersten stock gebracht, wo er in einem gläsernen sarg zu bewundern ist. die mitnahme von musikgeräten ist verboten, ebenso das begehen des mausoleums mit badeschlapfen. es herscht strengstes rauchverbot! aber das ist wie in moskau. am abend gehts mittels lift in den kühlen keller, wo onkel ho die nacht verbringt. bis am nächsten tag die sonne aufgeht und ho chi minh wieder in den ersten stock auffährt. wenn wir uns nun lenin und ho chi minh im direkten leistungsvergleich ansehen, hat ho chi minh in den relevanten kategorien die nase vorne: so verfügt der ordnerdienst beim ho-chi-minh mausoleum über eine trillerpeife, während der (private) ordnerdienst im lenin mausoleum keine trillerpfeife hat und überhaupt schlecht ausgerüstet ist. eintritt beträgt in hanoi für touristen 0,25 EUR (für vietnamesen freier eintritt), in moskau beträgt er über 7 euronen (egal ob du russe bist oder nicht). auch was die kubatur des mausoleums betrifft, bekommt man in hanoi mehr für sein geld: das mausi in hanoi ist viermal so groß wie das in moskau, zudem wurden edlere materialien verwendet: vorwiegend marmor aus den vietnamesischen marmorbergen, in moskau hingegen lediglich roter granit und schwarzer labradorstein, die aber auch nicht so übel aussehen. leichnamspflege gelingt bei ho-chi-minh wesentlich besser als bei lenin. in der russischen föderation sind bereits 2/3 der russen gegen einen weiteren verbleib von lenin im mausoleum (man munkelt sogar, dass lenin michal jackson platz machen muss), in vietnam gibt es nicht einmal eine umfrage, es ist vollkommen klar, dass ho-chi-minh bis auf weiteres postmortale audienz hält. schlangenbildung da wie dort. in diesem punkt unentschiden. allerdings in moskau eher internationale schlange, weil sich die russen nicht mehr so für lenins grammeln interessieren und lieber michael jackson dort hätten.
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schlesinger
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 15. August 2009, 19:00 |
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Registriert: 14. September 2008, 15:32 Beiträge: 102
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10.kapitel. mary vetsera. der lebens- und todeslustigen baroness unruhige totenruhe.in diesem kapitel wollen wir uns am bespiel der unruhigen totenruhe der baroness mary vetsera mit grundsätzlichen fragen befassen. „was ist unter einer leiche zu verstehen, wie unterscheidet sich die leiche vom leichnam? wie ist die totenruhe in österreich gesetzlich geschützt und judiziert?“ der leidensweg von marys vetseras leichnam ist für die gestellten fragen guter ausgangspunkt. und gleichzeitig ein weiteres belegstück für habsburgs verfehlte leichenpolitik. doch bevor wir uns nun dem leichnam von mary vetsera zuwenden, ein paar worte zu kronprinz rudolf, welcher der baroness beim gang in das jenseits assistierte. und dort dann ein paar stunden später selbst vollkommen betrunken ankam. 1861-ben a magyar kiegészítésű 19. gyalogezred ezredtulajdonosi egyenruhájában - der drei jährige kronprinz rudolf in einer oberstuniform des k.k. 19. infanterieregiments.kronprinz rudolf: beachtlich der beginn seiner militärischen karriere. bereits zu seiner geburt, am 21. august 1858 verließ rudolf als k.k. oberst und inhaber des infanterieregiments nr.19 – natürlich noch ohne uniform, dafür aber vermutlich die nachgeburt im schlepptau - die leibeshöhle seiner mutter, der kaiserin sisi. möglicherweise salutierte der frischgeborene kronprinz pflichtbewusst und dem erwartungsdruck seines vaters, kaiser franz joseph I. gerechtwerdend wollend bereits im kreißsaal vor seiner hochwohlgeborenen, aber geburtserschöpften mutter und der versammelten ärzteschaft. überliefert ist darüber bedauerlicherweise nichts! kaiser franz joseph I. hätte derartiges sicherlich schön gefunden und sich darüber jedenfalls gefreut! rudolfs erziehung war streng. der kaiser wollte aus ihm einen prächtigen soldaten nach seinem ebenbild formen. bedauerlicherweise war aber rudolf dafür zu intelligent, wehrte sich lange zeit mit bettnässen dagegen. doch damit wusste der kaiser schon umzugehen: ein strenger erzieher musste her! der ward ihn leopold graf gondrecourt gefunden, dieser wusste, wie kleine buben zu männern gemacht werden: so weckte er rudolf gerne mit unmittelbar neben dem kopf abgefeuerten pistolenschüssen, setzte ihn „mutterseelenallein“ im lainzer tiergarten aus und trieb noch so manch anderen „schabernack“ mit ihm. zeichnung des achtjährigen kronprinz rudolf.die erziehung des kleinen kronprinzen wurde bizarrer und bizarrer, bis seine mutter, kaiserin sisi, die von alldem „schabernack“ nichts wusste – als mutter erfährt man ja immer zuletzt, was mit den kindern los ist! - die erziehungszügeln in die eigene hand nahm: "Ich wünsche, dass mir vorbehalten bleibe unumschränkte Vollmacht in allem, was die Kinder betrifft, die Wahl ihrer Umgebung, den Ort ihres Aufenthaltes, die komplette Leitung ihrer Erziehung, mit einem Wort, alles bleibt mir ganz allein zu bestimmen, bis zum Moment der Volljährigkeit. Ferner wünsche ich, dass, was immer meine persönlichen Angelegenheiten betrifft, wie unter anderem die Wahl meiner Umgebung, der Ort meines Aufenthaltes, alle Änderungen im Haus etc. etc. mir allein zu bestimmen vorbehalten bleibt. Elisabeth. Ischl, 24. August 1865."da musste wirklich ordentlich was passiert sein, dass sisi - neben gymnastik- und griechischstunden, der poesie - sie schwärmte für heinrich heine, dem sie auch einmal ein eigenes poem widmete – und der reiterei, dem tabak und liebhaberkonsum – sich zeit für ihren kleinen kronprinzen nehmen wollte. sisi hatte gesprochen und der erste soldat der monarchie, kaiser franz josef I., gehorchte. was sollte er als soldat auch anderes machen! tatsächlich bekam jetzt rudolf, einen etwas feinsinnigeren, gebildeteren erzieher als das dumpfe schlachtross gondrecourt. nämlich an josef graf latour. mobiles jagdklo von kaiser franz-josef I. (zweites von rechts, das mit den tragegriffen), sitz für das hochwohlgeborene pobscherl aus feinstem kalbsleber mit pferdehaar gefüllt. gmundner klomuseum.kaiser franz-josef I., war nicht nur der erste verwaltungsbeamte des habsburgerreiches, sondern auch begeisterter waidmann. ausgedehnte, langandauernde jagdtouren machten den einsatz von kaiserlichen mobilklos erforderlich. zum örtchen musste der kaiser bei der jagd allerdings nicht zu fuss gehen – wie uns eine nicht ganz richtige metapher verallgemeinenderweise weismachen möchte - sondern es wurde ihm nachgetragen. als der kleine rudolf, neunjährig seinen ersten hirsch schoss, kabelte der stolze vater sogleich nach ischl: „Weidmannsheil. Ich gratuliere zum hirsch. Habe eine ungeheure Freude.“als der große rudolf, 27-jährig, stolz den ersten band der von ihm iniierten 24-bändigen landeskundlichen enzyklopädie „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“, das sogenannte kronprinzenwerk, einige Arikel stammen von rudolf persönlich – dem kaiser vorstellte, meinte dieser sinngemäß, „ob, er denn nix gscheiteres zu tun hätte“ – und dachte da wohl an die hirschenbrunft im salzkammergut. jedenfalls war rudolf naturwissenschaftlich interessiert. aber eine akademische karriere galt dem kaiser als nicht standesgemäss. immerhin steuerte rudolf vier beiträge zu „brehms tierleben“ bei. weniger abwechslung als die ornithologie, die rudolf sehr interessierte, brachte die ehe mit stephanie von belgien. wohl zeugte man gemeinsam die „rote“ erzherzogin elisabeth marie, die 1925 als erste und letzte habsburgerin der sozialdemokratischen partei beitreten sollte, aber damit hatte es sich auch schon. rudolf steckte stephanie mit dem tripper an, den er sich bei einem seiner zahlreichen amourösen abenteuer eingefangen hatte und den er nicht und nicht los wurde. stephanie – angetrippert - wurde unfruchtbar. ein thronfolger hinter thronfolger konnte also nicht mehr folgen. beruflich trat rudolf als ewiger thronaspirant auf der stelle. er wollte aus dem zweibund mit preussen raus, orientierte sich - ähnlich wie seine mutter sisi - mehr gegen den osten, überlegte auch bündnisse mit england und frankreich. aber ohne macht blieben das eher akademische überlegungen, die er aber ganz gerne anonym veröffentlichte. darüber wusste franz-joseph natürlich bescheid, der seinen sohn tagaus, tagein fürsorglich durch polizeiagenten beschatten ließ – wohl damit nix passiert.fassen wir zusammen: rudolfs leben als möglicher thronfolger war ordentlich versemmelt, dazu war sein alter herr einfach zu zäh - und sein privatleben ziemlich vergurkt. verstärkt wandte er sich dem alkohol zu. auch kokste er. und gab sich morpium subkutan, das aber nicht wegen der berauschung, sondern wegen der tripperschmerzen. gefährtin und teilzeitgeliebte seiner letzten lebensjahre war mizzi kaspar, eine dame der demimonde, tänzerin und edelprostituierte, aber auch konfidentin der geheimpolizei. es ist nicht bekannt, ob rudolf über den nebenerwerb seiner mizzi im royalen agentenmileu wusste. wenn, wird es rudolf zu dieser zeit auch schon powidel gewesen sein: trinker & tripper, keine aufstiegschancen, da wird vieles sicherlich egal. jedenfall kaufte er seiner mizzi ein dreistöckiges bürgerhaus auf der wieden (heumühlgasse 10 – heute befindet sich an dieser adresse ein zivilingenieur- und architekturbüro), das als örtlichkeit für ungestörte geschlechtsverkehrliche aktivitäten der beiden diente. über diese schnaxeleien äußerte sich mizzi caspar nach rudolfs tod wenig begeistert: „K. R. war impotent und nur dann zum Coitus fähig, wenn er Champagner getrunken hatte.“so schlimm kann es aber nicht gewesen sein, da kronprinz rudolf eigentlich immer champagner trank, in der früh allerdings – entgegen der abendlichen gewohnheit – ohne cognac. und somit sich als ständig potenter hirsch erwiesen haben müsste. gerne ließ sich rudolf mit seiner geliebten zu den kleinen buschenschanken in den wiener vororten bringen. cocher privé ist der ihm treu ergebene josef bratfisch, der in seinem zweiten broterwerb heurigenliedsänger (gerne auch etwas derber, wird überliefert) ist. auf dem bild angeblich bereits mary vetsera, was wenig glaubhaft ist, da rudolf und mary sich erst im november 1988 persönlich kennengelernt haben sollen und der tod die beiden im jänner 1989 bereits wieder geschieden hatte. da war keine zeit für ein sommerflankerl wie es mary auf dem bild trägt!der kutscher josef bratfisch liegt gemeinsam mit seiner gattin johanna bratfisch auf dem hernalser friedhof ein einem ehrenhalber gewidmeten grab der stadt wien (gruppe k, nummer 130) in wien. der hernalser friedhof ist bekannt als der friedhof mit einer hohen konzentration von heurigenmusikern (die schrammelbrüder, bratfisch aber auch hansi lang, ok, das war keine heurigenmusiker sind hier bestattet) und fußballtrainern (ernst happel, erich hof), die in ehrenhalber gewidmeten gräbern der stadt wien liegen. CAVE! sie befinden sich in ehrenhalber gewidmeten gräbern der stadt wien, nicht in ehrengräbern der stadt wien, wie gerne verwechselt wird. ehrengräber der stadt wien befinden sich ausnahmslos am zentralfriedhof!
ansonsten gibt es zwischen ehrengräber und ehrenhalber gewidmeten gräbern der stadt wien nahezu keinen unterschied, für die miete kommt in beiden kategorien die stadt wien auf. lediglich bei den ehrenhalber gewidmeten gräbern der stadt wien müssen die angehörigen für die pflege des grabes aufkommen. gibt es keine anghörigen mehr, übernimmt die dafür auflaufenden kosten ebenfalls die gemeinde wien. in der typischen heurigenatmosphäre voller draller sinnlichkeit und melancholischer wienerlieder, also erotischer morbidezza, fragt dann rudolf bei mizzi an, ob sie sich nicht vorstellen könne, mit ihm...also sozusagen.. gemeinsam in den freitod zu gehen...beim husarentempel in mödling wäre schön... doch mizzi winkt ab, sie habe noch jede menge diesseits zu erledigen... und dann geht alles sehr schnell. im november 1988 lernt kronprinz rudolf die baroness mary vetsera auf der trabrennbahn in der freudenau kennen. (mary interessierte sich für den pferdesport und wurde von ihren freunden wegen dieser passion auch „turfengerl“ genannt) sie ist noch keine 18 jahre, als sie sich nicht nur vom rudolfschen tripper, sondern auch seiner todessehnsucht anstecken lässt. mary vetsera ist nur zweite wahl beim gang in den tod, aber was für eine wahl! zeitgenossen berichten von einer frühreifen baroness, die „eine erotische ausstrahlung hatte, jenen hauch von sinnlichkeit, der umso mehr auf männer wirkt.“und auch für rudolfs jenseitsprojekt ist sie schnell feuer und flamme: so teilt sie einem ihrer verehrer, miguel von braganza, mit: "Wir sind schon sehr neugierig, wie es in der anderen Welt aussieht."bevor es in die andere welt geht, besucht rudolf noch einmal mizzi. der polizeiagent florian meissner, welcher an diesem tag zuständig für rudolfs überwachung war, zu protokoll: »Montag, den 28/1. 1889 war bei Mizzi bis 3 Uhr morgens, trank sehr viel Champagner, gab dem Hausmeister 10 Gulden Sperrgeld. Als er sich von Mizzi empfahl, machte er ganz gegen seine Gewohnheit ihr an der Stirne das Kreuzzeichen. Von Mizzi fuhr er (direct?) nach Mayerling.«die letzte korrespondenz erledigen rudolf und mary ( rudolfs leibkutscher bratfisch hatte mary nach mayerling ins jagsschlössel gebracht, rudolf war schon mit zwei jagdfreunden, dem prinz coburg und graf hoyos dort) gemeinsam. ihrer schwester hanna schreibt mary: "Wir gehen beide selig in das ungewisse Jenseits. Denket hie und da an mich, seid glücklich und heiratet aus Liebe. Ich konnte es nicht tun und da ich der Liebe nicht widerstehen konnte, so gehe ich mit ihm.
Deine Mary. Weine nicht um mich, ich gehe friedlich hinüber. Es ist wunderschön hier draußen. Jetzt noch einmal: Leb wohl."im abschiedsbrief an ihre mutter: "Verzeiht mir, was ich getan; ich konnte der Liebe nicht widerstehen. In Übereinstimmung mit ihm will ich neben ihm am Friedhof von Alland begraben sein. Ich bin glücklicher im Tode als im Leben.
Deine Mary
P.S.: "Bratfisch hat gestern abend wundervoll gepfiffen." abschiedsbrief von kronprinz rudolf an seine frau stephanie."Du bist von meiner Gegenwart befreit, werde glücklich auf Deine Art. Sei gut für die arme Kleine*), die das einzige ist, was von mir übrigbleibt. Allen Bekannten, besonders Bombelles, Spindler, Latour, Wowo, Gisela, Leopold etc. etc. sage meine letzten Grüsse. - Ich gehe ruhig in den Tod, der allein meinen guten Namen retten kann. - Dich herzlich umarmend
Dein Dich liebender Rudolf"*) die arme kleine war die bereits oben erwähnte, zur zeit des mayerling-desasters fünfjährige elisabeth marie, die spätere „rote“ erzherzogin. marie elisabeth wandte sich später von ihrer mutter ab –der sie die schuld am sebstmord von rudolph gab und gedachte alljährlich des todestages ihres vaters.rudolf und mary trinken noch wein, schmeissen die gläser an die wand. dann schiesst rudolf mit seinem militärrevolver mary in den kopf. rudolf trinkt weiter wein, jetzt aus der flasche. ein paar flaschen später erschießt er sich. so die gängige version zu der beider tod, die heute von niemand ernstzunehmenenden ernsthaft bestritten wird. dann beginnt aber ein weiteres kapitel unrühmlicher leichenpolitik im hause habsburg. (wir erinnern uns an die behandlung des mohren angelo soliman!) zunächst wird rudolf einmal reingewaschen, der hausarzt doktor hofmann wurde am 31. Januar mit der obduktion der leiche rudolfs in der hofburg beauftragt. in seinem gefälligkeitsgutachten stellt dr. hofmann fest: "Seine k. u. k. Hoheit, der durchlauchtigste Kronprinz, ist zunächst an Zertrümmerung des Schädels und der vorderen Hirnpartien gestorben. Diese Zertrümmerung ist durch einen aus unmittelbarer Nähe gegen die rechte vordere Schläfengegend abgefeuerten Schuss veranlasst worden. Ein Schuss aus einem Revolver mittleren Kalibers war geeignet, die beschriebene Verletzung zu erzeugen. Das Projektil wurde nicht vorgefunden, da es durch die über dem linken Ohr konstatierte Ausschussöffnung ausgetreten war. Es unterliegt keinem Zweifel, dass seine k. u. k. Hoheit sich den Schuss selbst beigebracht hat und dass der Tod augenblicklich eingetreten ist. Die vorzeitige Verwachsung der Pfeil- und Kranznaht, die auffällige Tiefe der Schädelgrube und die sogenannten fingerförmigen Eindrücke an der inneren Fläche der Schädelknochen, die deutliche Abflachung der Hirnwindungen und die Erweiterung der Hirnkammer sind pathologische Befunde, welche erfahrungsgemäss mit abnormen Geisteszuständen einherzugehen pflegen und daher zur Annahme berechtigen, dass die Tat in einem Zustand von Geistesverwirrung geschehen ist."no, alles paletti. ein geistig verwirrter gilt vor der kirche nicht als selbstmörder, kann also mit allen kirchlichen würden begraben werden. das passierte dann auch. begräbnis mit allen ehren im herzen der weltnekropole wien. der leichenwagen kronprinz rudolfs vor der kapuzinergruft. bloß rudolfs frau stefanie und rudolfs mutter, die kaiserin sisi, waren terminlich verhindert. dieses bild ist mit sicherheit gefaked. zunächst ist zu bezweifeln, dass alle drei, also kaiser franz joseph, kaiserin sisi und stephanie sich zur selben zeit im selben raum befunden hatten, auch darf die trauer der versammelten bezweifelt werden. franz joseph dachte –wie immer bei schicksalschlägen, dass im nichts erspart bleibe, sisi war emotional schon so weit weg von hof und familie, und stephanie hatte schon lange mehr keine liebevollen gefühle für rudolf...rudfolf soll tatsächlich seine mutter kaiserin sisi gebeten haben neben mary auf dem friedhof von heiligenkreuz begraben zu werden. der brief selbst gilt allerdings als verschwunden. möglicherweise hat diesen brief herr otto habsburg, das derzeit aktuelle 97-jähriges oberhaupt des habsburg-clans und gralshüter der verfehlten leichen- und desinformationspolitik der habsburger ist. der armeerevolver, mit welchem rudolf seinem und marys leben ein ende setzte, befindet sich übrigens in seinem besitz. doch mit einer gemeinsamen letzten ruhe, die rudolf mary versprochen und die sich mary so gewunschen hatte, wurde nichts. rudolfs leichnam wurde – wie schon oben erwähnt – mit allen kirchlichen und staatlichen ehren in der kapuzinergruft, der hausgruft der habsburger, beigesetzt, mary unter entwürdigenden umständen in selbstmördereckerl des friedhofes des zisterzienserstiftes heiligenkreuz verscharrt. auch später sollte marys leichnam nicht wirklich zur ruhe kommen. doch davon ein ander mal.
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schlesinger
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 19. August 2009, 18:18 |
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Registriert: 14. September 2008, 15:32 Beiträge: 102
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was bisher geschah:
kronprinz rudolf kommt als oberst des 19.infanterieregiments zur welt und schießt bereits im zarten alter von 9 jahren seinen ersten hirschen. was seinen vater, den kaiser sehr freut. trotz manigfaltiger begabungen gelingt der berufliche durchbruch nicht. dem kronprinzen eignet ein lebhafter geschlechtstrieb, sodass er bald stolz einen tripper sein eigen nenne kann.
diesen bringt er dann in die aufrechte ehe mit kronprinzessin stephanie von belgien ein, die daraufhin unfruchtbar wird. rudolf beginnt zu trinken, zumeist champagner mit cognac. auch in der beziehung mit seiner langzeitmätresse mizzi kasper – die gleichzeitig nebenerwerbskonfidentin der väterlichen geheimpolizei ist - läuft es nicht gut: sie verweigert rudolf einen gemeinsamen freitod! da lernt kronprinz rudolf baroness mary vetsera beim pferderennen in der freudenau kennen. sie erwärmt sich für ein gemeinsames jenseitsprojekt mit rudolf so stark, dass sie schließlich feuer und flamme für ein gemeinsames sterben ist. rudolfs kutscher bratfisch bringt den noch nicht 18 jährigen backfisch in rudolfs jagschloss nach mayerling, wo bereits rudolf wartet. während der fahrt pfeift ihr bratfisch noch ein paar wunderschöne lieder. in mayerling zieht mary sich mit dem bereits im jagdschloss befindlichen rudolf ins schlafzimmer zurück. beide trinken noch wein, schmeissen die gläser an die wand. rudolf jagt mary dann eine kugel in den kopf. rudolf selbst ist noch zu nüchtern um genügend mut für die in aussicht genommene eigenentleibung. er trinkt er noch ein paar flascheln wein. aber dann! Edit: Foto aus lizenzrechtlichen Gründen entferntdes morgens ist rausch und mut größer geworden, auch rudolf schießt sich eine kugel in den kopf und speist sich so ebenfalls in den Großen Kreislauf rück. in diesem befindet er sich heute als steirischer kulturapfel befindet. (apfel mit mittlere schorfanfälligkeit bei hoher kupferempfindlichkeit!)
aus dem gemeinsamen begräbnis, das rudolf mary versprochen hatte, wird nichts. rudolfs leichnam wird in die hofburg geholt und obduziert. nachträglich wird er für verrückt erklärt. so wird der weg frei für ein begräbnis mit allen staatlichen und kirchlichen ehren in der hauseigenen kühlen kapuzinergruft. hohes besuchsaufkommen. Statt der rappen ziehen allerdings schimmel die leichenkutsche. oder war es umgekehrt? bedauerlicherweise sind rudolfs mutter und rudolfs frau wegenunaufschiebbarer beruflicher termine an der teilnahme am begräbnis verhindert. doch wie ergeht es marys leichnam? ein über hundert jahre dauerndes martyrium beginnt, in welchem für die jung - und in der hoffnung neben dem erzherzog begraben zu werden - dahingeschiedene baroness insgesamt vier (!) särge verbraucht werden sollten.„Ihre Tochter Mary ist tot in Mayerling, aber mein Sohn Rudolf ist auch tot“. mit diesen dürren worten informierte die kaiserin sisi am 30.jänner 1889 die marys mutter, die baronin helena vetsera. diese soll sich der kaiserin vor die füße geworfen haben und geschrien haben: „Um Himmelswillen, meine armes Kind, was hat sie getan, hat sie den Kronprinzen vergiftet?“ kaiserin sisi zur baronin vetsera: „Über die genauen Umstände sind wir noch nicht unterrichtet, aber merken sie sich, der Kronprinz verstarb an Herzschlag“.eine bemerkenswerte reaktion der mutter. ihr erster gedanke war nicht, dass der dreißigjährige körperlich und seelisch kaputte kronprinz rudolf ihre siebzehnjährige tochter mit in den tod gerissen, sondern, dass mary rudolf vergiftet haben könnte! über die genauen umstände des todes von kronprinz rudolf wurde die öffentlichkeit während des aufrechten bestandes der monarchie nie informiert. bis auf wenige eingeweihte wusste niemand, dass das hochwohlgeborene und beschissen gestorbene kronprinz rudolf nicht nur sich selbst vollkommen betrunken ins jenseits befördert hatte, sondern auch die blutjunge baroness vetsera. ihre verwandten wurden von der behörde angehalten, stillschweigen über die vorkommnisse zu wahren. am späten abend des 31. jänner wurde marys leichnam, angekleidet mit pelzmantel und hut, von 2 verwandten ( georg graf stockau und alexander baltazzi) halbliegend (man hatte einen stock zwischen leichnam und das kleid gesteckt, damit der leichnam nicht in sich zusammensacken konnte) in einer kutsche auf den ortsfriedhof in heiligenkreuz überführt). baronin vetsera berichtet darüber: "Die Beistellung des Wagens wurde dem Grafen*) überlassen, doch wurde ihm bedeutet, daß es selbstverständlich kein Leichenwagen sein dürfe und er die weiteren Befehle von der politischen Behörde, die bereits verständigt sei, erhalten werde. - So wurde die Leiche der Baronesse Mary in den Fonds des Wagens halb liegend gesetzt und mußte - die Feder sträubt sich dies zu schreiben - im Wagen, auf dessen rückwärtigen Sitzen die beiden Verwandten Platz genommen hatten, halb sitzend in tiefer finsterer Nacht nach Heiligenkreuz überführt werden."*) gemeint ist georg graf stockau, anm. des verfassersdort wurde mary in der totenkammer über nacht aufgebahrt und am morgen des 1. februar 1889 in einem schnell vom stiftstischler des zisterzienserstiftes heiligenkreuz, einem gewissen anton fuchs, zusammengezimmerten einfachen holzsarg bei sturm und regen in einem eilig in der sogenannten selbstmörderecke des friedhofs ausgehobenen erdgrab bestattet. am 16.5.1889 wurde mary samt dem holzsarg in einen prunkvollen kupfersarg umgebettet und in der neuen gruft, die ihre mutter bauen ließ, beigesetzt. obwohl es noch nachfahren der familie baltazzi (die familie aus der der baronin helena vetsera gekommen war) gibt, wird die gruft nicht als familiengruft genutzt. auf grund der vielen besucher der grabstätte – es kommen auch busse - herscht am friedhof von heiligenkreuz nicht so wirklich ruhe und ist möglicherweise deswegen nicht so beliebt. marys leichnam ruht daher – auch heute noch - mutterseelenalleine in der großen gruft. von ewiger ruhe konnte aber auch in dem neuen prunksarg keine rede sein! in den letzen apriltagen des jahres 1945 bezog nämlich eine sowjetische geschützbatterie beim ortsfriedhof heiligenkreuz stellung und beschoss von dort die nahegelegene ortschaft alland. nicht nur der höllenlärm, den die sodateska machte war ärgerlich. noch schlimmer war, dass die soldaten grüfte und särge auf der suche nach wertgegenstände aufbrachen. wenige tage später sollte der totengräber alois klein marys schädel direkt neben dem sarg finden. der schädel wurde durch das loch, das die soldaten mit einer gartenhaue in den schönen kupferprunksarg gerissen hatten, wieder in den sarg verbracht und die gruft mit einer schweren steinplatte verschlossen. in der gruft kehrte wieder für ein paar jahre ruhe ein. 1959 erfolgte die umbettung aus dem prächtigen, aber beschädigten prunksarg in einen zinnsarg der städtischen bestattungsanstalt der stadtgemeinde baden. die einsegnung erfolgte durch kaplan p.gerhard hradil. die kosten in der höhe von damals 3.000 schilling wurden von frau theresia müllner aus triest übernommen. frau müllner galt als wohlhabend, ihr großvater war einstens leibjäger beim kaiser franz josef gewesen. der kupfersarg kam – bei im übrigen unklaren eigentumsverhältnissen - in einen keller des stiftes heiligenkreuz und geriet dort in vergessenheit. nicht in vergessenheit gerieten allerdings leben und sterben von mary vetsera. im mai 1991 erscheint ein buch des arztes dr.gerd holler, in welchem dieser die these aufstellte, dass vetsera an den folgen einer misslungenen abtreibung gestorben sei. dies brachte den linzer möbelhändler (betreibt heute übrigens einen eisstand in linz und eine „weinfarm“ in südafrika) helmut flatzelsteiner in wallung. flatzelsteiner, der sich nie als grabschänder gesehen hat, sondern sich vielmehr als hobbyhistoriker sieht gesehen hat entwendete den zinnsarg samt den sterblichen überresten vom friedhof in mayerling! er wollte die these des dr.holler widerlegen. lassen wir ihn seine geschichte selbst erzählen: helmut flatzelsteiner, der nunmehr unter anderem einen eisstand in mayerling betreibt in einem interview in der tageszeitung standard: „gestunken hat die vetsera wie der teufel!“das interview nachstehend im vollen wortlaut: STANDARD-Interview mit Helmut Flatzelsteiner, der einst die Leiche Mary Vetseras raubte und untersuchen ließ Der Schädel, den er fand, war von einer Kugel durchlöchert worden - womit die Mayerling-Tragödie bewiesen war. Mit ihm sprach Markus Rohrhofer. *** STANDARD: Was hat sie im Juli 1991 veranlasst, dem Mayerling-Rätsel als Vetsera-Grabräuber nach zu gehen?
Flatzelsteiner: Ein Buch mit der skurrilen These, dass Mary Vetsera an den Folgen einer missglückten Abtreibung verblutet sei. Am Schluss stand, dass es die Stiftsleitung in Heilgenkreuz ablehnt, jemals das Grab zu öffnen. Damit gab es für mich nur eine Lösung . . . STANDARD: . . .bei Nacht und Nebel zur Gruft der Vetsera.
Flatzelsteiner: Ich bin natürlich nicht einfach so nach Heiligenkreuz, sondern habe alles geplant. Generell ist es für einen Möbelhändler aber nicht so schwierig, eine Gruft-Platte zu heben - man ist es gewohnt, schwere Sache zu schleppen. STANDARD: Was ist dann in der Nacht zum 26 .Juli 1991 genau passiert?
Flatzelsteiner: Wir sind zu zweit im Lieferwagen auf den Friedhof von Heilgenkreuz gefahren. Das Ganze war keine leichte Gschicht`: Wir haben mit Wagenhebern die erste Steinplatte der Gruft mühsam gehoben, Holzbalken unterlegt und den Stein vorsichtig weggerollt. STANDARD: Hatten sie nicht Angst erwischt zu werden?
Flatzelsteiner: Ehrlich gesagt, ich hatte die Hosen gestrichen voll. Das war nichts für schwache Nerven, obwohl ich sonst ein Mensch bin, der nachts gerne auf den Friedhof geht. STANDARD: Die Gruft ist offen - wie war der erste Blick ins Grab der Baronesse?
Flatzelsteiner: Finster. Ich bin dann auf einer Leiter in die Gruft gestiegen, dann haben wir versucht, denn Zinnsarg mit Stricken aus dem Grab zu ziehen. Als wir ihn aufstellten sind die ganzen Knochen nach unten gerutscht. Ordentlich schaurig, wenn um Mitternacht am Friedhof plötzlich Gebeine klimpern. STANDARD: Sie entführten Mary Vetsera nach Linz. Was ist dann passiert?
Flatzelsteiner: Im Keller meines Geschäftslokals haben wir den Zinn-Sarg mit der Flex geöffnet. Es hat immer geheißen, der Sarg ist leer, doch es war alles drinnen: Skelett, Kleidung, Haare, Schuhe. Nur alles durcheinander und gestunken hat die Vetsera wie der Teufel. STANDARD: Haben sie die Gebeine gleich gerichtsmedizinisch untersuchen lassen?
Flatzelsteiner: Ja. Ich hab denen erzählt, es sei meine tschechische Urgroßmutter. STANDARD: Warum dann der Schritt an die Öffentlichkeit im Dezember 1992?
Flatzelsteiner: Die Rückgabe war eigentlich schon viel früher geplant, doch plötzlich finden die 1992 den Ötzi. Da musste ich noch warten. STANDARD: Die Wahrheit kam aber erst im zweiten Anlauf ans Tageslicht. Zuerst behaupteten sie, man hätte ihnen Vetsera um 30.000 Schilling angeboten.
Flatzelsteiner: Stimmt. Strafrechtlich gab es aber nie Konsequenzen. STANDARD: Halten sie ihre Grabschaufel schon bereit falls der Film "Kronprinz Rudolf" neue Gerüchte schürt?
Flatzelsteiner: Nein. Mein Interesse an Mary Vetsera ist heute nicht mehr so groß. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 4. – 1. 5. 2006) Zur Person: Helmut Flatzelsteiner (67) betreibt heute neben dem Möbelhandel einen Eisstand in Linz und eine Weinfarm in Südafrika. reaktionen gab es auch auf dieses interview – im online standard. stellvertretend für die vielen: Chien de Pique 30.04.2006 15:52
"wie der Teufel" ist keinesfalls eine sachliche Beschreibung, da wohl niemand weiß, wie der Teufel riecht (nach der Überlieferung nach Pech und Schwefel - kaum der Geruch von Moder und Verwesung), sondern klingt, wie der Rest, schon stark nach Verachtung und Zynismus. Dass der Inhalt einer Gruft nicht gut riecht, darf als bekannt vorausgesetzt werden, der Informationswert ist also denkbar gering - die Aussage allenfalls dadurch eine Spur interessanter, weil der Tod schon relativ lange zurückliegt. Aber auch das kann weniger menschenverachtend geäußert werden, etwa als "Von den Überresten der Leiche ging noch ein starker, störender Geruch aus." Die Baronesse hat ihn jedenfalls nicht eingeladen, ihre letzte Ruhe zu schänden (nicht einmal ein offizieller Auftrag hat ihn dazu berufen) und kann daher am wenigsten dafür.
michael klauser 28.04.2006 21:39
grabräuber sowas tut man ganz einfach nicht! die vetsera hat ganz sicher nicht so " gestunken" wie die seele von diesem niederträchtigen grabräuber
Sybil 28.04.2006 23:02
herrschaftszeiten, die ist eh' schon ewig tot. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie sich aufregt. Überall in Europa werden Tiere stundenlang zu Schlachthöfen gekarrt, zu versuchszwecken verwendet, Fische bei lebendigem Leib ausgenommen (halt Pech gehabt daß sie nicht früh genug gestorben sind), Kinder mißhandelt, leben auf der Straße oder verhungern gleich ganz - und Ihr regt Euch auf, nur weil jemand in das Grab von einer Frau reinschaut, die seit 116 Jahren tot und von der eh' kaum noch was uebrig ist ?!? mary vetseras eislaufkleid und ihre schuhe, mit denen sie begraben wurde.da von flatzelsteiner auch alles genau fotografiert wurde, war es auch später möglich, diese fotos auszuwerten. nach diesen wies der kopf einen einschuss, vermutlich mit einem revolver des kalibers 9 mm, auf der linken seite auf. die haarreste, die flatzelsteiner auch noch besaß, wiesen die typischen schmauchspuren mit schwefel- und bleispuren auf. da vetsera eine rechtshänderin war, schließt man eher auf mord als selbstmord. die these dr.hollers, dass mary an den folgen einer abtreibung gestorben sei, scheint somit tatsächlich widerlegt. merkürdig ist jedenfalls, dass das verfahren gegen flatzelsteiner wegen sachbeschädigung und die störung der totenruhe von der staatsanwaltschft des lg wiener neustadt eingestellt wurde, tatbildmäßig wurden die ihm zu last gelegten delikte klarerweise verwirklicht. von einer eingetretenen verjährung, wie flatzelsteiner in einem interview mit der süddeutschen vom 24.11.2008 verweist, kann keine rede sein! abgestellt wird ja nicht auf den todeszeitpunkt der baroness, sondern auf den zeitpunkt der grabschändung. möglicherweise hat es eine weisung des damaligen justizministers michalek gegeben. auch merkwürdig: die familie baltazzi als verfügungsberechtigte der leiche mary vetseras hatte nach der wiederauffindung der leiche mary vetseras grünes licht für eine dna-untersuchung des schädels gegeben, die aber später ohne angabe von gründen zurückgezogen. es gab nur einen, der kein interesse daran hatte, dass mary vetseras knochen staub aufwirbeln: herr otto habsburg als oberhaupt der familie habsburg. ("lassen wir die toten ruhen!“) möglicherweise hat er wege gefunden, die angelegenheit im sinne des hauses habsburg zu regeln und eine weitere aufklärung der genauen todesumstände zu verhindern. seine mutter, die kaiserin zita, hielt ja bis zum ihrem lebensende an ihrer auffassung fest, dass kronprinz rudolf einem attentat des franzöischen und des englischen geheimdienstes zum opfer gefallen war. über mary vetsera tat sie öffentlich nie erwähnung. der mann der mary vetsera zweimal beisetzte: 1959 noch als kaplan, 1993 bereits als abt: gerhard hradil. bei der bislang letzten beisetzung der mary vetsera am 28.10.1993, die unter ausschluß der öffentlichkeit stattfand, wurde die gruft mit erde gefüllt um einer neuerlichen grabschändung vorzubeugen.fortsetzung folgt.
| Zuletzt geändert von martin am 21. September 2009, 09:25, insgesamt 2-mal geändert. |
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schlesinger
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 30. August 2009, 12:09 |
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Registriert: 14. September 2008, 15:32 Beiträge: 102
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11.kapitel. papst formosus. einer leiche wird der prozess gemacht.es wäre nachgerade unvorstellbar, dass Seine Aktuelle Heiligkeit, papst benedikt XVI., die sterblichen überreste Seiner Vorgängerische Heiligkeit, karl wojtyla, aus dessen grab ausbuddelt und der verwesenden leiche öffentlich den prozess macht! jean paul laurens. fapst formosus und stephan VI. mit diesem bild des französischen historienmalers bekam die sogenannte leichensynode von 887 endlich ein gesicht! gemälde um 1870.im 9.jhd. hat sich aber eine derartige geschichte tatsächlich zugetragen. wie kam es dazu? vorweg sei der textkonsument an dieser stelle auf das kleingedruckte hingewiesen, in welchem in komprimierter form die historischen rahmenbedingungen der gegenständlichen leichenschändung dargetan werden. wer nur an der leichenschändung interessiert ist, möge das kleingedruckte überspringen. angeraten wird dies aber nicht, weil die geschändete leiche und deren situation im historischen kontext besser zu begreifen ist! in der spätantike hatten sich der westliche und der östliche teil des römischen reiches auseinandergelebt, zunächst schleichend, nach dem tod des theodosius aber endgültig. auf die ursachen ist hier nicht näher einzugehen, der osten hatte jedoch die bessere entwicklung vor sich: das oströmische reich tuckerte ziemlich organisiert und vital ins mittelalter und brachte sogar eine eigene ostkirche ins laufen, sah es im weströmischen reich recht düster aus. verschiedensten stämme der germanen überrannten mehrmals italien. das papstum hatte es nicht leicht sich zu behaupten und war letztendlich auf gunst und unterstützung lokaler machthaber angewiesen.
erst mit karl dem großen und papst leo III. sollten sich die dinge grundlegend ändern. die beiden bastelten an einem besonders leistungsstarken bündnis von thron und kirche und konnten schlussendlich im jahr 800 ein ausgesprochen erfolgreiches relaunch des römischen kaisertums (diesmal mit besonders üppigen gottesgnadentum, das ja im originalrezept des römischen kasiertums nur in spurenelementen vorhanden war) platzieren.*) karl der große war nun als kaiser schutzherr der katholische westkirche und hielt als könig der langobarden und aller franken die macht in nord-, mittel- und südeuropa inne.
karl nahm seine schutzfunktion gegenüber der kirche durchaus ernst: im kaiserreich wurde die verbindung von kirche und thron staatsdoktrin, karl der große ließe verunglimpfungen der kirche, ihrer priester und anderer berufsfrommer brüder mit der todesstrafe ahnden. außerdem musste jeder in seinem reich das vater unser lernen. die katholische westkirche erlebte nicht zuletzt dadurch einen ungeheuren popularitätsschub.
im oströmischen reich war man nicht gerade amüsiert, sah die anmaßung der kaiserwürde als illegitimen akt an, galt doch an und pfirsich das oströmische (byzantische) reich als rechtsnachfolger des römischen reichs. doch dem konnte leo III. und karl der große in männlicher eintracht entgegenhalten, dass mit irene von athen sich eine frau an der spitze des oströmisches reichs befand. und nach römischen recht war der kaiser automatisch oberbefehlshaber des heeres. dem heer durfte aber nur ein mann vorstehen. der kaiserstuhl war daher vakant und die inthronisation von karl dem großen rechtens.
und woher hatte leo III. die legitimation karl den großen durch die salbung de facto als kaiser einzusetzen? er hatte sie nicht, er nahm sie sich. so einfach war das damals, die normative kraft des faktischen stand hoch in blüte.
nach karl dem großen zerfiel das reich schnell. der niedergang der karolinger war in erster linie dem fränkischen erbrecht geschuldet, welches nicht automatisch das primat des erstgeborenen vorsah und somit die bündelung von macht verhinderte. durch vielerlei teilungen (wohl die bekannteste 843 im vertrag von verdun, die frankreich und deutschland hervorbrachte) bekam europas gesicht die ersten nationalstaatlichen züge. zu dem machtverlust aufgrund der häufigen teilungen kam aber auch noch, dass die nachfolger karls des großen auch nicht gerade begnadete herrscherpersönlichkeiten waren. dies kam auch in deren beinamen häufig zum ausdruck, die auf körperliche und geistige schwächen hinwiesen: karl der kahle, karl der dicke, karl der einfältige, ludwig der stammler, ludwig der blinde, ludwig der nichtstuer etc.
durch das durch den niedergang der karolinger aufgetretene machtvakuum kamen die päpste gegen ende des 9.jahrhundert in eine schwierige situation. die starken weltlichen schutzherren waren schlichtweg abhanden gekommen. der letzte fränkische kaiser war karl der dicke, der nach heutigen erkenntnissen gar nicht dick, sondern epileptisch gewesen dürfte. er verstarb 888. um die kaiserwürde stellten sich der markgraf berengar von friaul, der herzog guido von spoleto und arnulf von kärnten an.
zunächst schafft es berengar zum könig von italien. das rennen um die kaiserwürde machte aber zunächst guido von spoleto. der damalige papst stefan V. brauchte ihn im kampf gegen die von süden nach norden dräuenden sarazenen. 891 verstarb papst stefan V., sein nachfolger wurde der damals schon 75-jährige bischof von porto als papst formosus, eine schillernde figur und vorzeigediplomat des heiligen stuhls (allerdings mit einem karriereknick unter dem papst johannes VIII., der ihm verschwörung vorwarf, ihn seines bischofsamtes enthob und ihm den eid abnötigte, nie seinen fuß auf römische erde zu setzen. doch davon später mehr.) papst formosus zu lebzeiten: glänzende karriere als kuriendiplomat. als papst meister der schaukelpolitik auf dem Heiligen Stuhl. zu seinen leichzeiten wurde ihm aber übelst mitgespielt!papst formosus betrieb nun auf dem Heiligen Stuhl eine schaukelpolitik, die ihm später als leiche zunächst die schwurfinger seiner schwurhand und dann schließlich bei der zweiten schändung gleich den ganzen kopf kosten sollte. hätte er doch nicht mit dem Heiligen Stuhl geschaukelt! doch eins nach dem anderen. formosus wiederholte zunächst – wohl eher lustlos, da der römische stadtadel und die spoletos, ihm, dem „zuagrasten“ nicht unbedingt wohlgesonnen gegenüberstanden - die kaiserkrönung von guido III. von spoleto und krönte guidos sohn lambert gleich mit zum „mitkaiser“. 894 verstarb guido und sein sohn lambert wurde alleiniger kaiser. schließlich wurden die spoletos formosus aber zu mächtig. er holte arnulf von kärnten, (der bereits seit zwei jahren könig von italien war) zu hilfe, erzwang mit dessen hilfe die absetzung lamberts von spoletos, krönte arnulf von kärnten zum kaiser und verstarb im april 896 achtzigjährig. arnulf von kärnten – hier in kessem blauen sommerkleidchen und weißen leggings – untersützte papst formosus gegen die spoletingers.die absetzung lamberts war für die spoletos fürchterliche schmach und schande und brachte rachegelüste zum kochen. doch wie rächt man sich an jemanden der bereits – kinderlos – verstorben ist? im jänner 897, neun monate nach seinem tod wurde papst formosus leichnam aus seinem grab geholt. er „durfte“ sozusagen ein zweites mal das licht der welt erblicken und an der sogenannten leichensynode teilnehmen. veranlasst wurde dies durch papst stefan VI. einem engen freund der familie spoleto. vorwand für die aktion war, dass gegen formosus wegen eidbruchs und ursurpation des papstamtes ein prozess zu führen sei*) und ein solcher ohne teilnahme des angeklagten nicht rechtens wäre. in der tat ist der grundsatz der unmittelbarkeit einer der wichtigsten im strafverfahren und findet seine erste entsprechung darin, dass jeder angeklagte gehört werden muss. im gegenständlichen casus war aus verständlichen gründen während des gesamten prozesses von formosus freilich wenig zu hören. man hätte sich den ganzen hokuspokus getrost sparen können! aber, natürlich ging es nicht um die rechtmäßigkeit des verfahrens. es gibt keine einzige kanonische vorschrift, die leichen zur teilnahme an prozessen gegen ihre vormaligen körperinhaber verpflichtet! stephan VI. war es nicht um die einhaltung irgendwelcher rechtlichen grundsätze, sein einziges motiv für diesen grausamen schauprozess war, die person formosus durch schändung ihrer leiche zu demütigen und buchstäblich bis auf die knochen zu blamieren! *) zum ersten anklagepunkt. meineid soll formosus deshalb abgelegt haben, weil er nach dem konflikt mit dem früheren papst johann VIII. diesem gegenüber den eid abgelegt hatte, seinen fuß nie mehr auf römische erde zu setzen. und jetzt hat er die römische erde sogar noch mit päpstlichen fussrln getreten! das hat den römischen spoletosierten arisothoden mächtig sauer aufgestoßen. aber bereits vom nachfolger johannes viii, marinus i. war formosus von diesem eid wieder entbunden worden. also nichts mit eidbruch.
der zweite vorwurf war diffiziler. nach früherem kanonischem recht war es einem bischof verboten, ein anderes bistum zu übernehmen. es ging um die sogenannte translatio, also der wechsel von einem bischofssitz zu einem anderen. nach der damaligen vorstellung hatte ein hirte bei seiner herde zu bleiben, ein herdenwechsel war außer in den fällen des notwendigkeit (necessitas) und nützlichkeit (utilitas) verpönt. ehrgeiz lieferte keine taugliche grundlage für eine translatio. und genau dieses motiv wurde formosus von der anklage vorgeworfen.
im übrigen trachtete stephan VI. mit einer verurteilung des formosus seine eigene dunkle vergangenheit reinzuwaschen. Formosus hatte ihn früher zum bischof anagni eingesetzt (ordinatio). Damit sah er sich natürlich auch mit dem vorwurf der translatio konfrontiert. mit einer verurteilung der formosen leiche wurde nach dem rechtsverständnis von stephan VI. diese ordination ungültig.formosus sterbliche überreste wurden in die lateranbasilika verbracht. es ist davon auszugehen, dass die leiche nicht mehr aufrecht sitzen konnte, man mag sie möglicherweise mit besenstielen arretiert haben. verständlich, dass Seine Verblichene Heiligkeit stark roch und typischer fäulnisgeruch sie umwolkte. nur unzulänglich konnte dieser postmortalen ausdünstung mit weihrauch und einem in die leibeshöhle gesteckten gewürzsträußerl begegnet werden. fette maden mögen aus formosus augenhöhlen gekullert, würmer aus seinen mundwinkel gehangen sein. sicheres wissen darüber fehlt aber, schriftlich ist nichts überliefert. mit offenem mund wird formosus den prozess verfolgt haben ( nicht des erstaunen wegens: ältere leichen, deren die gesichtsmuskeln bereits verwest sind und nicht mehr über die notwendige spannkraft verfügen, fällt unter einwirkung der schwerkraft buchstäblich die „lad“, also das unterkiefer herunter – gut zu beobachten bei den berühmten peruanischen sitzleichen!) und den geifernden anwürfen des stephan VI. mit stoischer ruhe begegnet sein. ein kaum geschlechtsreifer diakon war dem ehemaligen papst formosus als verteidiger beigegeben. drei tage geiferte stephan VI. gegen formosus. in der als gerichtssaal fungierenden lateranbasilika war übrigens ein kleines sechsjähriges mädchen namens marozia als neugierige prozessbeobachterin anwesend. sie sollte später schlüsselfigur jener zeit werden, die in die geschichtsbücher als pornokratie eingang fand – immerhin führte marozia vier päpste an der leine, macht ihren 16-jährigen enkel oktavian zum jüngsten papst der kirchengeschichte, der auch als jüngster ermordeter papst gilt: kaum 25-jährig soll er beim schnaxeln mit einer römischen aristokratin erwischt worden sein, deren ehemann noch während des aktes den schädel Seiner Gamsigen Heiligkeit mit einem steinmeisel zertrümmert haben soll. so endete mit einem unrühmlichen, wenngleich auch letztem höhepunkt seine karriere auf dem Heiligen Stuhl in einem fremden bett, doch das sind andere geschichten. die aber so uninteressant zu erzählen auch nicht sind: immerhin starben im mittelalter zumindest 8 päpste eines unnatürlichen todes (nicht aufgedeckte giftmorde nicht mitgerechnet). auch die papstwahl war nicht immer ein honiglecken: bei der als schreckenskonklave bekanntgewordenen papstwahl im jahr 1241 urinierten die wachmannschaften durch ein auf dem dach des wahllokals befindlichen gitters auf die köpfe der konklavierten kardinäle, was natürlich bei gott nicht alle goutierten! doch zurück zum prozess, zurück zu der formosen leiche. sie wurde in allen anklagepunkten schuldig gesprochen, die tiara ihr vom kopf gestossen, sie des päpstlichen ornats entledigt. dann wurden ihr die drei schwurfinger der schwurhand abgehackt. mit den schwurfinger sind der daumen, der zeigefinger und der mittelfinger der schwurhand bezeichnet. hier die noch an seiner hand befindlichen schwurfinger des österreichischen rechtspopulisten h.c.strache. angeblich sioll es sich nach seiner angabe es sich nicht um schwurfinger oder grußfinger (der nationalsozialistische kühnengruß wird mit diesen drei fingern gebildet) sondern lediglich um dreibierbestellfinger handeln: den schwur darauf legte aber strache darauf nicht ab – hatte strache das schreckliche schicksal der formosen schwurfinger im kopfe?zunächst wurde formosus formlos auf dem römischen friedhof der fremden verscharrt. später besann sich stephan VI. eines anderen und ließ die leiche wieder ausgraben und in den tiber werfen. aus diesem wurde sie schließlich von ihr wohlgesonnenen römern geborgen. stephan VI. sollte sich seines prozessgewinns nur kurze zeit erfreuen. die alte lateranbasilika stürzte ein. dies sah die römische stadtbevölkerung als fingerzeig gottes. stephan VI. wurde im august 897 als papst abgesetzt, ins gefängnis geworfen und dort formlos erwürgt. der nachfolger stefan VI., theodor II. (übrigens nur 20 tage im amt ) hob sämtliche beschlüsse der leichensynode auf und ließ im dezember 897 formosus in allen ehren in st.peter bestatten. doch der zorn der spoletos war noch nicht verraucht. angeblich ließ der spoletoide papst sergius III. formosus nochmals ausbuddeln. in einem schnellverfahren soll der leichnam nochmals schuldig gesprochen und als weitere strafe der leichnam diesmal enthauptet und ihm die ganze schwurhand abgehackt worden sein. mit sergius III. begann die pornokratie. die schöne marozia, die wir bereits oben kennengelernt haben, sollte seine mätresse werden und legte sergius III. an die leine legen. doch das ist nun wirklich eine andere geschichte. die schöne marozia. mit sechs jahren jüngste beobachterin des schauprozesses gegen die leiche des vormaligen papstes formosus und einläuterin der sogenannten mätressenherrschaft oder pornokratie.
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markus
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 30. August 2009, 20:14 |
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Registriert: 14. September 2008, 19:16 Beiträge: 103
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Als Leiche kann man der Nachwelt ja schlecht schildern, wie man sich erfolglos gegen den Tod gestemmt hat. Genau das würde mich aber interessieren. Was denken, fühlen Menschen, die dem Tod nicht mehr entrinnen können?  Was denken die Henker? Was die zum Tode Verurteilten? In zwei Wochen ist Deadline, Alter! Wir geben Dich einfach beim scharfen Richter ab, ob un- oder schuldig ist uns einerlei. Die Schlinge aus edlem Material verwoben, die Augen blindgemacht. Bestes Holz, an dem herrlich gebaumelt werden kann. Familienangehörige stehen in der ersten Reihe, genießen die Aussicht, weinen beinahe lautlos. Flehen Gott an, dass ER die Erhängten in das Himmelreich aufnehmen möge. Sie flehen IHN aber nicht an, den Strick einfach reißen zu lassen. Produktionsfehler und so. Man findet sich ab. Schicksal eben. Die Kerzenproduzenten freuen sich...
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800XE
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 20. Januar 2010, 05:45 |
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Registriert: 20. Januar 2010, 05:30 Beiträge: 3 Wohnort: WEBSpeyer.de
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schreibst Du noch weiter? Che Guevara Heinrich IV. Alexander der Große ? Hab dich eben wegen Störtebeker gefunden und eine Link auf meiner Stoerbaecker(Störtebeker)Site eingefügt Und dann noch auf www.800xe.de was geblogt
_________________ 2001 das Jahr als ich Webmaster wurde 2010 das Jahr in dem ich das Internet übernehme
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reinhard
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 20. Januar 2010, 09:16 |
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Registriert: 10. September 2008, 06:54 Beiträge: 65 Wohnort: wien
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mit deinem nick habe ich eher auf einen penis-enlarger getippt. um so größer die freude dann, dass du eine menscha us fleich und blut bist 800er. danke für die tipps. ein paar leichen befinden sich noch in derröre. als nächster kommt jeronimo dran. möglicherweise sogar noch diese woche. danke für die verlinkung!
lg reinhard
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800XE
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Betreff des Beitrags: Re: prominente leichen Verfasst: 21. Januar 2010, 02:50 |
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Registriert: 20. Januar 2010, 05:30 Beiträge: 3 Wohnort: WEBSpeyer.de
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reinhard hat geschrieben: danke für die verlinkung!
lg reinhard nix zu danken, und ich habs ja auch für mich getan hätte ich nur einen Bookmark angelegt, hätte ich den Link(=Bookmark) nicht mehr gefunden 99% von meinen 666Millionen Bookmarks im Browser sind quasie Leichen weil ich sie nicht mehr aufrufe (bin quasie Bookmark Messy) Das war aber ein Bookmark den ich wieder aufrufen wollte und weil ich ihn unter den 666Millionen nicht mehr gefunden hätte, hab ich den Link in einer Website geBookmarkt lg = mfg auf Englich? passener wäre vielleicht auf dieser Site "get 23" reinhard hat geschrieben: mit deinem nick habe ich eher auf einen penis-enlarger getippt huch .... böse assoziation die der Nick auslöste .... .... vor Jahren sagte(oder schrieb auf) ich einem meine Adresse und der schaute mich dann komisch an "äh, was geht den auf der Site, warum soll ich dort hin ...." der hatte voll angst wegen dem Namen und wollte quasie das ich ihn beruhige ... das ihm nix böses passiert erst hatte ich "StörBäcker" als Nick im Feld, aber dann blieb ich doch bei meinem den ich seit 2001 nutze reinhard hat geschrieben: menscha us fleich und blut bist 800er. hm, ne, ich bestehe aus Koffeein und Nikotin oder war es doch Silizium Ich bin kein Mensch, ich bin ein Computer in meiner Welt gibt es nur 0 und 1 und davon mehr als 2 (das war jetzt fuzzyLogisch) Hast es vielleicht auf 800XE.de schon gelesen .... (bezüglich zweiten Absatz hier im Post) http://www.google.de/search?q=Atari+800XEget 23
_________________ 2001 das Jahr als ich Webmaster wurde 2010 das Jahr in dem ich das Internet übernehme
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